Arbeitslosenversicherungspflichtig

Wer ist Arbeitslosenversicherungspflichtig?

Ein langes Wort dieses „Arbeitslosenversicherungspflichtig“. Es kennzeichnet Personen, die verpflichtet sind, in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung einzuzahlen. Das ist natürlich nicht jeder in Deutschland, beispielsweise Selbständige brauchen nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, können das aber freiwillig jederzeit tun.


Zu der Arbeitslosenversicherungspflicht kommt natürlich auch die Leistung, die im Fall einer Arbeitslosigkeit in Anspruch genommen werden kann. Diesen Anspruch auf ALG I haben nur Arbeitslosenversicherungspflichtige. Wenn Sie wissen wollen, wieviel Geld Sie bei Arbeitslosigkeit bekommen können Sie das mit dem Arbeitslosengeld-Rechner von lohncheck.de ausrechnen.

Hier die Auflistung der Personen, die laut Gesetz (SGB III) Arbeitslosenversicherungspflichtig sind:

  • Arbeitnehmer, die Arbeitsentgelt erhalten (dazu zählen auch Personen, die z.B. in Altersteilzeit sind)
  • Wehrdienst- und Bundesfreiwilligendienstleistende
  • Auszubildende
  • Jugendliche in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation
  • Bezieher von Entgeltersatzleistungen


Arbeitslosenversicherungspflichtig auch bei Entgeltersatzleistungen?

Auch Bezieher von Entgeltersatzleistungen sind arbeitslosenversicherungspflichtig, wenn sie unmittelbar vor Beginn der Leistung arbeitslosenversicherungspflichtig waren oder eine laufende Entgeltersatzleistung nach dem SGB III bezogen haben:

  • Frauen im Mutterschutz und Eltern in der Elternzeit
  • Bezieher von Krankengeld, Verletztengeld oder Übergangsgeld
  • Personen, die einen Angehörigen pflegen und einen Antrag stellen
  • Selbständige im Rahmen der freiwilligen Weiterversicherung, wenn eine Vorversicherung bestand

Versicherungsbefreit sind Beamte, Richter, Soldaten auf Zeit, Berufssoldaten und Geistliche. Auch die große Gruppe der Minijobber, habe ich also mehrere Minijobs und werde danach arbeitslos, kann ich kein ALG I beantragen. Studenten und Schüler sind ebenfalls vom der Arbeitslosenversicherungspflicht befreit.

Wie viele zahle ich als Arbeitslosenversicherungspflichtiger?

Nach einer Senkung 2019 beträgt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung 2,5% vom Bruttoentgelt. Gemeinsam mit anderen Abzügen, wird der Betrag direkt über das Lohnabzugsverfahren abgeführt. Beispiel: Sie haben einen Bruttoverdienst von 3.000 € im Monat. Dann sind 75 € davon für die Arbeitslosenversicherung fällig. Diesen Betrag (75 €) teilen sich die Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen, also jeder 37,50 €. Geben Sie Ihren Bruttolohn in den Brutto-Netto-Rechner ein und Sie sehen genau, welche Beiträge Sie für die Arbeitslosenversicherung zahlen.
Im Falle einer Arbeitslosigkeit entsteht eine sogenannte Deckungslücke zwischen Ihrem letzten Nettogehalt und dem ALG I. Das ALG I liegt zwischen 60% und 67% Ihres letzten Nettogehalts. Diese Lücke kann manchmal existenziell sein, kann aber privat versichert werden.